Das Haus der Frauen - Laetitia Colombani
Ein interessantes, nachdenklich machendes Buch. Es wird die Geschichte von zwei Frauen erzählt. Blance, geboren 1865 findet sie mit 19 Jahren ihre große Leidenschaft - die Heilsarmee - hier ist sie am richtigen Platz; mutig, leidenschaftlich, emanzipiert und zielstrebig will sie Gutes tun,insbesondere für Frauen. Ungerechtigkeit und soziale Missstände lassen sie nicht ruhen. Sie ist immer unterwegs, lässt sich von anfänglichem Hass und Gegenwind gegen die Heilsarmee nicht abschrecken. Sie wird mit Ratten und Kot beworfen, egal sie macht weiter. Sie findet Albin, ein Mann genauso leidenschaftlich wie sie der Sache verschworen, immer treu an ihrer Seite. Stütze und Liebe. Blance und Albin wollen ein leerstehendes Gebäude in Paris zum ersten Frauenhaus umbauen. Dafür brauchen Sie Geld, viel Geld. Der Palast heißt das Gebäude, hier können mehr als 400 Frauen wohnen.
Solene, lebt im Heute in Paris, sie ist erfolgreiche Anwältin. Tolle Wohnung, genug Geld, behütete Kindheit. Als junges Mädchen wollte sie Schriftstellerin werden, die Eltern pochten auf Jura. Jetzt arbeitet sie ohne Unterbrechung, kurz vor dem Burnout. Single, kinderlos, einsam. Der Selbstmord eines Mandanten wirft sie mit Wucht aus der Bahn. Sie kündigt und sucht. Sich. Sie nimmt einen Job als ehrenamtliche, öffentliche Schreiberin im Palast, dem heutigen Haus der Frauen an.
Solene ist nicht Blance, aber sie nimmt Armut, Einsamkeit und Verzweiflung wahr. Endlich. Sie bekommt Zugang zu sich selbst. Und überdenkt ALLES.
Ja darum geht es doch oft oder? Es geht um den eigenen Sinn im Leben. Suchen und finden. Die Balance in der Welt mitzuschwimmen, sich abzugrenzen. Das Glück finden. Lies das Buch und sage mir was du darüber denkst.