Der Fälscher, der Bombenleger und die Spionin von Alex Capus
3 völlig unterschiedliche Personen, sollen sich gerne nach dem Willen von Alex Capus irgendwo im Nirgendwo treffen, ob Sie es getan haben, weiß keiner. Es handelt sich um "echte" Menschen mit einer wohl autobiografischen wie auch fiktiven Vita.
Der Fälscher hat Kontakt mit Schliemann. Auf Auftrag verbessert er "gefundene" Artifakte mit handwerklichem Geschick und viel Fantasie. Läuft die Auftragslage, der Sohn Emile ist ein noch besserer Fälscher als der Vater und nutzt das Talent. So recht weiß er eh nicht wie er seinen Berufswunsch Ingenieur verwirklichen soll. Die Fälscherei liegt als Handwerksberuf in der Familie und bleibt da. Emile scheint einsam.
Der Bombenleger ist Felix Bloch, eine historische Figur. Hat Kontakt mit Heisenberg und Oppenheimer. Kommt einem alles vor wie ein Geheimclub kleiner Jungs, die dann doch weltverändernde Erfindungen machen. Bloch lebt zeitweise in Los Alamos und entwickelt die Atombombe mit. Hat nie wieder darüber gesprochen. Irgendwann hat er den Nobelpreis bekommen für die Erfindung des MRT. Man sagt er hat mit dem MRT mehr Leben gerettet, als mit der Bombe getötet. Auch eine Ansicht. Langweiliger Physiker ohne große Gefühlsregungen, eher unsympathische Figur.
Laura d` Orange, ein Artistenkind mit Ambitionen. Heiratet einen Schweizer aus Bottighofen, bekommt mit ihm zwei Kinder, will nicht aus Südfrankreich weg. Der Schweizer und die finanziellen Umstände zwingen sie. Sie fügt sich. Das wird von ihr erwartet, aber dass sie ihre Unterwäsche nicht auf die Leine hängen darf ist ihr zuviel. Sie geht alleine nach Frankreich zurück, wird dort Tänzerin, Sängerin. Hat bescheidenen Erfolg, aber braucht Geld, um es an die Kinder zu schicken. Nur dann bekommt sie Fotos von der bösen Schwiegermutter.
Sie lässt sich auf Spionage ein. Italienische Matrosen sterben. Sie wird verhaftet und erschossen. Tragische Person.
Was haben die 3 Personen nun gemeinsam? Nicht viel glaube ich, sie sind jung und auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens. Kann man nur besser machen. Das Buch hat mir wegen der Erzählkraft von Capus gefallen, inhaltlich hat es mich etwas ratlos die Stirn runzeln lassen. Les es mal und sage mir, wie es dir gefallen hat.